Frühes Aufwachen – Warum passiert es und was kann man dagegen tun

Vielleicht habt ihr schon immer ein Baby/Kind gehabt was früh wach wird oder vielleicht ist es erst seit kurzem so. Was für die eine Familie als frühes Aufwachen gilt, wird bei einer anderen Familie als normal empfunden. 

Zuallererst ist es gut zu wissen, dass Aufwachen zwischen 6 Uhr morgens und 7:30 Uhr morgens eine biologisch angemessene Zeit für Kinder ist um aufzuwachen. Wenn dein Kind viel früher aufwacht und bereit ist, den Tag um 4:30 Uhr zu beginnen, ist dein Kind das, was wir als „Frühaufsteher“ bezeichnen. Was verursacht aber das frühe Aufwachen? Hier sind einige der häufigsten Gründe:  

  • Zu späte Bettzeit
  • Wenig Tagesschlaf
  • Zu viel Tagesschlaf
  • Viel zu lange Wachzeit zwischen Schläfchen und Bettzeit
  • Schlafend oder zu schläfrig im Bett gelegt werden
  • Mögliche Erkrankungen wie zum Beispiel Schlafapnoe

“Wie lösen wir dieses frühen Aufwachen?”

Hier sind einige Tipps, die du ausprobieren könntest, um frühes Aufwachen zu beheben.

Sorge dafür, dass dein Kind zu einer angemessenen Schlafenszeit ins Bett geht

Wenn du dein Kind länger wach hältst, damit es morgens länger schläft, kriegt man leider oft nicht das gewünschte Resultat. Sogar das Gegenteil passiert, es wird noch früher wach und scheint nicht mehr den Schlaf zu finden. Wenn du dein Kind länger wach hältst bzw. zu spät schlafen legst, kann dies der Grund dafür sein, dass dein Kind früh aufwacht. Wenn ein Baby / Kind zu spät ins Bett gebracht wird, wird es übermüdet und auf diese Weise wird es für den Körper schwieriger, sich zu entspannen und einzuschlafen. Für die meisten Kinder funktioniert eine Schlafenszeit zwischen 19 und 20 Uhr am besten. Dies hängt jedoch stark davon ab, wann und wie viel dein Kind tagsüber geschlafen hat. Wenn du nicht sicher bist, was eine gute Schlafenszeit für dein Kind wäre, könnt ihr mich gerne kontaktieren.

Richtige Anzahl Tagesschläfchen und Wachzeiten

Bis zu einem Alter von etwa 3 Jahren braucht dein Kind tagsüber noch Schlaf. Ein ausgeruhtes Kind wird nachts besser schlafen. Babys mit sehr kurzen Tagesschläfchen, wenig Schlaf oder zu langen Wachzeiten haben nachts mehr Schlafprobleme. Dies kann zu häufigem Aufwachen, längeren Wachphasen mitten in der Nacht und letztendlich auch zu frühem Aufstehen führen. Schaue dann auch unbedingt die Tagesschläfchen und Wachzeiten an. Wenn dein Baby / Kind übermüdet und überreizt ist, kann es auch vorkommen, dass die einzelnen Tagesschläfchen kürzer sind. Und wenn es zwischen ihrem letzten Schläfchen und dem Bettzeit zu lange wach ist, kann dies auch zu Einschlafproblemen, häufigem Aufwachen und frühes Aufwachen führen. Überprüfe dann am besten noch einmal, ob die Tagesschläfchen und Wachzeiten altersgemäß sind. Wenn du nicht sicher bist, wie lange dein Baby / Kleinkind wach bleiben kann, oder wie viel Schläfchen es braucht, kontaktiere mich dann gerne. 

Schaue, dass dein Kind nicht zu schläfrig oder schlafend ins Bett gelegt wird

Es ist schön, wenn dein Kind abends ganz schnell einschläft, aber dies kann ein Zeichen dafür sein, dass dein Kind zu müde war. Was dann passieren kann ist, dass er / sie kurz nach dem Einschlafen weinend aufwacht. Aber es kann auch passieren, dass dein Kind aus diesem Grund früh aufwacht. Stelle sicher, dass dein Kind sich während der Bettzeit Ritual schön entspannt. Ein bisschen Schläfrig sein ist natürlich ok, aber schaue dass dein Kind noch „wach genug“ ist, wenn es in sein Bettchen gelegt wird. Er / sie soll sich bewusst sein von seiner Umgebung.

Wenn ein Kind zu schläfrig oder schlafend ins Bett gelegt wird, lernt es nicht, selbst (erneut) einzuschlafen, wenn es nachts aufwacht. Am frühen Morgen ist es bereits schwieriger wieder einzuschlafen. Schlaf ist dann schon weniger tief und früh am Morgen sinkt die Melatonin-Produktion wieder. Wenn dein Kind nicht genau weiß, wie es wieder einschlafen soll, ist es am frühen Morgen sehr schwierig wieder einzuschlafen. Sie wachen entweder vollständig auf oder brauchen ganz lang mit viel Hilfe, um wieder einzuschlafen.

Hunger

Frühes Aufwachen kann auch ein Zeichen dafür sein, dass dein Baby hungrig ist. Babys unter 8 Monaten benötigen nachts oft noch Milch. Wenn du kürzlich damit aufgehört hast und kurz danach hat das frühe A angefangen, ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ursache für das frühe Aufwachen. Versuche dann am besten gegen 23 Uhr ein “Dream Feed” zu machen. Du musst dein Baby nicht wecken, sondern Stillen oder gebe die Milch, während es noch (halb) schläft. Ziel ist es, dass er / sie nicht aufwacht und sofort nach dem trinken weiter schläft. So sollte dein Baby bis 6/7 Uhr schlafen können. Dies hängt natürlich auch vom Alter deines Babys ab. Neugeborene müssen nachts noch mehrmals gestillt werden bzw. Milch bekommen.

Sorge dafür, dass der Raum dunkel genug ist

Unser Tagesrhythmus / innere Uhr sagt, dass es Zeit ist aufzuwachen sobald die Sonne aufgeht. Wenn du zu viel Licht im Raum hast, kann dein Kind hierdurch früher aufwachen. Es ist von Kind zu Kind unterschiedlich, aber einige Kinder schlafen besser in einem dunklen Raum. Sorge dafür, dass das Zimmer deines Kindes früh morgens noch genau so dunkel ist wie der Rest der Nacht. Verdunkelnde Vorhänge können Wunder wirken.

Erkrankungen und frühes Aufstehen

Wenn dein Baby / Kleinkind trotz optimaler Schlafbedingungen immer noch sehr früh morgens aufwacht, kann es hilfreich sein, folgendes zu überprüfen. Schnarcht dein Kind? Viel schwitzen? Durch den Mund atmen? Sehr unruhig? Eine häufige Ursache für frühes Aufstehen ist eine oft nicht diagnostizierte Schlafapnoe sowie Allergien, Erkältungen und möglicher Reflux. Diese Bedingungen beschränken die Nasengänge. Da Babys, Kleinkinder und insbesondere Neugeborene Nasenatmer sind, kann es schwieriger sein zu schlafen. Wenn du also die oben genannten Fragen mit “Ja” beantworten können, ignoriere die Symptome dann nicht und bespreche es mit deinem Kinderarzt.

Was tun am frühen Morgen, wenn dein Kind früh aufgestanden ist?

Untenstehend sind ein Paar Tipps was man am besten machen kann und wie man sich am besten verhalten soll, wenn dein Kind immer früh wach wird. 

1) Sofort reagieren

Versuche dein Kind wieder zum Schlafen zu kriegen, sobald er / sie am frühen Morgen weint. Vermeide lieber zu lange zu warten, bis er / sie so laut wird, dass dein Kind sehr schwer zu beruhigen ist.  Wenn dein Kind sehr verärgert und doll weint, ist es viel schwieriger, es wieder zum Schlafen zu kriegen. Sei jedoch vorsichtig, du möchtest nicht mit dem kleinsten Geräusch, das du hörst, zu deinem Kind rennen. Versuche zu hören, welche Art von Weinen es ist, welcher Schrei “Ich bin wach und brauche Hilfe” und welcher der Schrei “Ich weine, aber ich schlafe noch halb” ist.

2) Behandele das frühe Aufwachen wie jedes andere Aufwachen in der Nacht

Wenn du das frühe Aufwachen wie jedes nächtliche Aufwachen behandelst, gibt es deinem Kind das richtige Signal, dass es noch Nacht ist bzw. Schlafenszeit ist.

3) Halten den Raum dunkel

Wenn dein Kind seit 5 Uhr morgens wach ist und nicht wieder einschläft, schalte das Licht erst um 6 Uhr morgens ein.

4) Versuche so wenig wie möglich Interaktion zu haben

Wenn du im Raum bleibst, halte dann die Interaktion minimal. Versuche, mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl/Hocker in die Nähe zu sitzen. Sorge dafür, dass dein Kind bis mindestens 6 Uhr morgens im Bett bleibt. Wenn du es früher aus dem Bett holst, während es noch dunkel ist, wirkt es verwirrend für dein Kind. Dein Kind hat noch kein Zeitverständnis. Auch für die innere Uhr ist es wichtig, den Tag noch nicht um 5 Uhr morgens zu starten, sondern bis 6 Uhr zu warten mit so wenig wie möglich Interaktion in ein dunklen Raum. Das gibt dein Kind das Signal, dass es noch Nacht / Schlafenszeit ist. Über eine längere Zeit früher aufzustehen, kann dafür sorgen dass die innere Uhr deines Kindes sich hier auch darauf anpasst. 

5) Verwende ein “Dramatic Wake up”

Ich empfehle immer, bis 6 Uhr morgens zu warten, um aufzustehen und das Licht anzumachen. Wenn du bis 6 Uhr morgens mit deinem Kind im Zimmer warst und es immer noch nicht erneut eingeschlafen ist, könnt ihr ein “dramatic wake up” machen. Verlasse kurz den Raum (30-60 Sekunden). Wenn du zurück in den Raum gehst, mache das Aufwachen zum großes Thema. Wünsche ganz deutlich “Guten Morgen” und öffne die Vorhänge und / oder mache das Licht an. Das Ziel dieses “Dramatic Wake up” ist, dass dein Kind deutlich Tag und Nacht unterscheidet und auch versteht, wenn es Schlafenszeit ist und wirklich Zeit ist, aufzuwachen. Es sollte klar sein: „Ich hole dich aus deinem Bett, weil es Zeit ist aufzuwachen und nicht weil du geweint hast.“

6) Bleibe konsequent

Frühes Aufwachen braucht oft Zeit, um überwunden zu werden. Es ist nicht immer einfach, aber konsequent bleiben ist notwendig, um es zu beheben. Gib nicht auf.

________________________________________

Brauchst du Hilfe?

Wenn du nach all den oben genannten Tipps immer noch Probleme mit frühes Aufwachen hast, kann ich euch gerne helfen. Ich würde mich freuen, einen Blick auf eure aktuelle Schlafsituation zu werfen und einige Tipps und Empfehlungen zu geben.



Kommentar verfassen